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075 - Hospiz Salzgitter: Was wir über das Sterben und das Leben gelernt haben

Shownotes

Zu Gast im Hospiz Salzgitter:

Britta Bötel – Geschäftsleitung des Hospiz Salzgitter, seit 2007 in der Geschäftsführung tätig.

Kathrin Nötzel – Pflegedienstleitung, gelernte Krankenschwester, seit der Eröffnung des Hospiz Salzgitter dort tätig.

Yvonne Dremmler-Tillmann – Ehrenamtliche seit sechs Jahren, begleitet gemeinsam mit ihrem Hund Hope (ein Whippet) Gäste und Zugehörige.

Hospiz Salzgitter – Stationäres Hospiz mit Palliativversorgung, Trauerbegleitung und einem breiten Ehrenamtsprogramm. Website Spenden

Wünschewagen – Ehrenamtliche Organisationen, die schwerkranken und sterbenden Menschen eine letzte Wunschfahrt ermöglichen, deutschlandweit unter anderem getragen vom ASB. ASB-Wünschewagen

💬 Schreibt uns eure Fragen! E-Mail: aff@baerbel-schaefer.de Website: www.baerbel-schaefer.de

🔔 Folgt uns: Hosts: Bärbel Schäfer und Silke Zapatka

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Transkript anzeigen

AFF: Ja, herzlich willkommen, liebe Silke, erst mal zu unserer Sonderausgabe. Wir sind im Hospiz in Salzgitter, eine so ein bisschen zersplitterte Region, schöne Seenlandschaft. Also wenn man mal hier in der Nähe ist, sollte man sich das auf jeden Fall angucken und haben eine Sondersendung. Wie geht es dir denn jetzt kurz vorher?

AFF: Ich finde es ganz schön hier. Ich mag das Gebäude, es ist schön ruhig. Es ein schöner Ort für ein Hospiz. Liegt so ein bisschen erhöht, habe ich das Gefühl gehabt, und grün. Grün ist es sehr ruhig. Es ist sehr, sehr ruhig. Also es ist jetzt nicht an einer befahrenen vierspurigen Straße, sondern ein ruhiger Ort. Welche Verbindung

AFF: Hab ich so gedacht, beim Herrfahren haben wir denn mit Hospiz? Weil wir haben ja Ja gesagt zu dieser Sonderausgabe. Ja, weil ich Hospizarbeit so wichtig finde. Mein Vater und eine gute Freundin sind im Hospiz gestorben. Mein Vater genau im Gegenteil im Hospiz Mönchengladbach das in der Mönchengladbach Altstadt ist. Also mitten im Leben. das Hospiz Krefeld ist auch mitten in der Stadt. Also das hier ist der komplette Gegenentwurf. Aber ich mag...

AFF: dass diesen Ort gibt, an dem man sehr friedlich gehen kann. eine besondere Arbeit, die die Mitarbeiterinnen leisten und auch die Vierbeiner muss man auch mal als Mitarbeiter nennen. Wir haben nämlich hier Hope schon kennengelernt und ich denke auch an meinen Vater. Also ich war auf dem Weg hierher noch mal sehr berührt, weil die Mitarbeiterinnen haben dann so Fotos geschickt und haben mit ihm die Rod-Stewart-Musik laut aufgedreht und irgendwie war da auch noch so ein kleiner Balkon.

AFF: dabei wo Hasen lang hoppelten also ich bin gespannt das Team des Hospizis Salzgitter kennenzulernen wir wollen euch mal ganz kurz vorstellen Britta Bödel herzlich willkommen du bist die Geschäftsführerin wie lange schon

AFF: dem Hospiz eine Stimme gibt. bin seit 2007, also knapp 20 Jahre hier in der Geschäftsführung tätig. Jetzt wenn man Geschäftsführerin ist, könnte man das ja auch sein von einem Autohaus oder von einem Schwimmbad. Warum bist du es beim Hospiz?

AFF: Ich habe festgestellt, dass je älter man wird, es immer wichtiger ist, der Arbeit einen Sinn zu geben. Ich habe früher in der Bank gearbeitet und ich glaube, die Frage stellt sich nicht, was sinnvoller ist. Wir kommen aus Frankfurt. Ich komme aus Frankfurt. ist Bank sehr wichtig.

AFF: Und dann würde ich euch ganz gerne vorstellen, Katrin Nötzel, du bist die Pflegedienstleitung. Warum machst du die Arbeit?

AFF: Ich mache diese Arbeit

AFF: weil ich ursprünglich Krankenschwester gelernt habe, in einem Krankenhaus lange Jahre gearbeitet habe und mir da tatsächlich

AFF: der Abschied gefehlt hat, den man gestalten konnte oder sollte meiner Meinung nach. Und dafür war weder die Zeit da noch das Personal und auch nicht die richtigen Räumlichkeiten. Und dafür habe ich mich dann für das Hospiz entschieden, als das hier in Salzgitterl eröffnen sollte. Und es gibt hier Abschiede, auch im Krankenhaus.

AFF: Das ist ja jetzt auch kein Geheimnis. Auch Menschen sterben im Krankenhaus und die hat der Raum und die Ruhe und die Zuwendung gefehlt.

AFF: So, dann haben wir noch Yvonne Drembler und eigentlich haben wir das noch Yvonne. Eigentlich alles Drembler, Tillmann, sorry. hab schon gemerkt, das Innere an Grüße gehen raus an den Garten gemerkt. Die hat uns das alles hier koordiniert. Bisschen auch eingebrockt. Kommt mal vorbei.

AFF: Ich

AFF: habe

AFF: gedacht, den Hospiz, wie Frau Bützel gerade gesagt hat, eine Stimme geben, warum nicht über einen Podcast?

AFF: Unser Podcast heißt ja Alltag für Fortgeschrittene. Dasi ist Folge 74. Gehört denn für dich, du bist hier Ehrenamtlerin, der Tod mit zum Alltag dazu?

AFF: Jetzt seitdem ich hier im Ehrenamt bin, gehört er tatsächlich mehr dazu als vorher. Ein Thema war für mich, mich habe aber durch meine Oma, in einem Altenheim nicht so gut untergebracht war, gesehen, dass es nicht immer überall schön ist. Da ich ehrenamtlich mich betätigen wollte und mir Hilfe gern angenommen wurde, auch mit Hope, bin ich dann hierher gekommen.

AFF: Okay, der Hope ist jetzt schon zwei, dreimal erwähnt worden.

AFF: nicht Windspiel, sondern ein Whippet, ein Whippet mit sehr großen braunen Augen. ist hier auch im Einsatz ein bisschen. Also es war dir wichtig, Ehrenamt zu finden. Vielleicht hättest ja bei der Freiwilligen Feuerwehr auch Hope mitnehmen können. Warum wolltest du hier tätig sein und wirken?

AFF: Aus Gründen, dass, ich gerade erwähnt hatte, dass die Oma oder dass ich in Altenheim gesehen habe. Ich war zu Corona-Zeit in einem Altenheim. Das war ganz schwierig. Und dass Abschied nehmen ganz wichtig ist und dass auch Tiere

AFF: und ein gutes Thema sind, dass viele Menschen nochmal so mit Tieren in Berührung kommen wollen. Und hier ist einfach mein Seelenort. Ich komme hier seit sechs Jahren her, einmal die Woche. geht jedes Mal das Herz auf, wenn ich hier herkomme.

AFF: Aber schau, jetzt wirst du, während du drüber sprichst, schon emotional. Als ich hier gerade reingekommen bin, saß eine Angehörige im Eingang und die war auch sehr emotional. Das hat mich sofort mitgenommen. Wie schafft man das?

AFF: als Ehrenamtler oder vielleicht auch als Hauptamtlicher mit den Emotionen hier umzugehen?

AFF: Ich weiß, egal wie lange ich hier bin und wann ich auch wieder nach Hause gehe, dass die Gäste hier sehr gut untergebracht sind oder sehr gut versorgt sind. Ich kann hier rausgehen.

AFF: Wir sprechen ganz viel miteinander, es werden Supervisionen angeboten. Es gibt immer Ansprechpartner, wenn ich ein Thema hätte, könnte ich mich zu jeder Zeit an jeden Wenden, wo dann darüber gesprochen wird. Ich weiß einfach, wenn sie gehen, Gäste, dann sind sie hier gut aufgehoben, gehen zu dürfen, ohne Schmerz und ohne...

AFF: Ja, den ganzen Stress, den man vielleicht zu Hause hätte oder im Krankenhaus.

AFF: Katrin, ihr sagt Gäste. Das finde ich ganz interessant. Ihr sagt nicht Patienten, wie du das ja aus dem Krankenhaus noch kennst. Und trotzdem wissen wir auch, es ist ein Ort ohne Kompromisse. Wer ins Hospiz kommt, wird es eben auch in den meisten Fällen wahrscheinlich lebend nicht mehr verlassen.

AFF: Also wir haben uns ja bewusst...

AFF: am Anfang dazu entschieden zu sagen, sind bei uns Hospiz Gäste. Einfach diesen Unterschied auch klar zu machen, wenn alle Therapien abgeschlossen sind und diejenigen zu uns kommen, sie wissen, dass das hier ihr letztes Zuhause sein wird. Sie wissen, dass das ihre letzte Lebenszeit ist. Und deswegen haben wir uns für den Begriff Gäste entschieden, weil es für uns Gäste sind, die wir hier begleiten dürfen bis zum Ende der Zugehörigen, die wir auch mit betreuen und begleiten können.

AFF: Nicht Angehörige sagt ihr, sondern Zugehörige. heißt, bester Freund, beste Freundin, Podcastkollegin könnte vorbeikommen.

AFF: Genau,

AFF: genau. Der Begriff Zugehörige beinhaltet alle, die zu unserem Gast dazugehören. Und die sind hier alle willkommen in Lebenszeit, in der letzten Phase des Lebens. Und wir nehmen hier alle entsprechend mit auf. Ja.

AFF: Ergänzend dazu vielleicht ist noch zu sagen, dass wir die Angehörigen oder Zugehörigen nicht nur während des Hospizaufenthaltes begleiten, sondern auch darüber hinaus. Wir ein großes Angebot an Trauerangeboten, die anfangen mit Einzelgesprächen, aber auch viele Gruppenangebote. Während des Sterbeprozesses oder im Anschluss. Nach dem Versterben geht dann die Trauerbegleitung an. Muss natürlich keiner in Anspruch nehmen, aber wer möchte, ist hier herzlich willkommen. Ihr bietet auch Singen an?

AFF: Singvertrauende

AFF: ist nochmal ein anderer Resonanzraum, den der Körper dann vielleicht spürt oder dass man durch die Beats und durch die Noten schwingt das vielleicht nochmal anders. Du hast die weinende Dame gesehen im Eingangsbereich und ich habe noch den Pastor gesehen, als wir eben noch bisschen gefrühstückt haben.

AFF: War noch der Pastor da, der auch gerade jemanden verabschiedet hat. Also ihr bietet auch eine religiöse Begleitung.

AFF: an im Sterbeprozess. Für welche Konfession gilt das denn?

AFF: Wir sind grundsätzlich konfessionslos. Das heißt, wir suchen für jeden Gast den passenden Ansprechpartner, wenn es gewünscht ist. Wir drängen niemandem kirchliche oder christliche Begleitung auf.

AFF: Wird das gefragt, intensiv gefragt oder stellst du fest, das wird vielleicht weniger?

AFF: Es wird deutlich weniger. Das war früher mehr nachgefragt.

AFF: Seelsorger, das lässt

AFF: nach, das haben wir ganz klar festgestellt. Und deswegen machen wir zum Beispiel auch keine Gedenk-Gottesdienste mehr, weil wir festgestellt haben, die Menschen gehen leider nicht mehr so gerne in die Kirche.

AFF: und haben das zu uns ins Haus verlegt, machen immer noch Abschiedsfeiern und Abschiedsrituale, aber eben nicht mehr mit der Kirche.

AFF: Aber ist dir was aufgefallen an Abschiedsritualen hier? Haben die was bei euch gemacht in den Hospizen mit deinen Angehörigen?

AFF: Ich habe gerade drüber nachgedacht, ich erinnere mich nicht. Es ist aber bei meinem Vater auch wirklich schon lange her und auch bei meiner Freundin, also bei meinen letzten Hospiz.

AFF: Begegnungen sind mindestens her. Ich glaube, hat sich wahrscheinlich auch bisschen was getan in der Zeit. bei dir?

AFF: Katrin, ich habe hier gesehen, ihr habt diese eingebundenen Lederbücher. Da kann die Familie noch mal was

AFF: zum Team wahrscheinlich schreiben und auch einen Abschied zu dem Toten, vielleicht ein Foto reinkleben und Geburts- und Sterbedatum. Dann habt ihr Steine am Eingang liegen, so Kieselsteine. Welche Rituale gibt es denn? Weil ich erinnere mich jetzt auch bei meinem

AFF: Die haben Fotos und so Abdrücke gemacht. Wie man das ja auch von Babys kennt, so ein Fußabdruck, hatten die so einen Handabdruck. Das fand ich ganz aber auch schon wieder schön. Die Hand, dich gehalten hat.

AFF: Also wir haben sehr viele kleine Rituale, man sagen.

AFF: Das beginnt schon alleine damit, wenn jemand bei uns verstirbt, dass wir als Pflegekräfte denjenigen dann nochmal versorgen, dass wir ihn waschen, kleiden. In dem Zusammenhang haben wir in unserem Kleiderschrank einen extra Bügel, auf dem steht der letzte Weg. Das heißt, dort kann eventuell schon Kleidung hängen für den Fall, dass derjenige dann bei uns verstirbt, sodass wir diese Kleidung dann in dem Zusammenhang anziehen können. Wir richten das Zimmer her.

AFF: Das heißt, auch alle pflegerischen Dinge räumen wir aus dem Zimmer raus. Wir zünden Kerzen an, wir dekorieren vielleicht persönliche Gegenstände von dem Gast und dann kann die ganze Familie hierher kommen und sich hier in dem Rahmen verabschieden. Das ist nur so ein Ritual unseren Gast und das Verstärken.

AFF: Und sind die Familie mutig und nehmen sich auch diesen Raum, eigenen Raum für die letzten Stunden und für den letzten Tag oder stellst du da manchmal so eine Schüchternheit dann trotzdem noch fest?

AFF: Also die meisten nehmen das sehr dankbar an, dass sie einfach auch in dem Zimmer, wo derjenige vorher gelebt hat, sich dort verabschieden können. Das ist auch...

AFF: in der Situation für die Zugehörigen, ich sag mal, hübsch aussieht, dass es ein schöner Rahmen ist, ein ruhiger Rahmen und viele nehmen das dankend an. Es gibt aber auch genauso die Zugehörigen, die tatsächlich dann auch sagen, ich schaffe das gar nicht mehr, nochmal in das Zimmer reinzugehen.

AFF: Wir reden jetzt die ganze Zeit über Gäste, die Zugehörige haben. Ihr habt doch sicher auch Gäste, die keine Zugehörigen haben. Macht ihr für die eine andere Art von Abschied?

AFF: Tatsächlich nicht. Das, wir hier für die Gäste tun, das machen wir auch für denjenigen, der keine Zugehörigen hat. Aber es baut sich ja vielleicht hier auf dem letzten Weg noch eine Beziehung auf zu unseren Hauptamtlichen, zu unseren Ehrenamtlichen. Und dann kann es sein, dass wir diejenigen sind, die zuletzt mit im Zimmer stehen und sich verabschieden.

AFF: Aber man ist nicht allein, wenn man im Hospiz ist, wenn die ist dann.

AFF: Praktisch kontinuierlich jemand dabei, wenn die Sterbephase beginnt?

AFF: Im Prinzip schon, wenn der Gast das so möchte. Viele Menschen möchten nicht alleine sein und hätten gerne immer jemanden bei sich, einfach weil das auch Ängste mit sich bringt. Was passiert mit mir, was kommt.

AFF: Aber es gibt durchaus auch immer wieder Gäste, sagen, ich möchte das für mich nicht. Ich habe schon immer alles in meinem Leben alleine gemacht, alles alleine geschafft. Und so möchte ich auch von dieser Welt gehen. Und die sagen uns dann tatsächlich auch ganz direkt, ich möchte nicht, dass jemand bei mir sitzt, eine Sitzwache durchführt.

AFF: Sitzwache heißt das dann. Wie ist das, Yvonne, wenn man das erste Mal die Hand eines Sterbenden hält? Kannst dich noch erinnern? Also ich war ein...

AFF: nicht direkt in dem Moment da, wo jemand verstorben ist. Meistens ist es ein früheriger Abschied, aber wenn ich jetzt so drüber nachdenke, es ist halt ein ruhiges Gefühl, wenn man so weiß, man geht und man wird wahrscheinlich den Gast nächste Woche nicht mehr sehen.

AFF: Ich sage auch eigentlich nicht auf Wiedersehen oder Tschüss. So gängige Floskeln, die wir alle haben im Alltag, die passen dann einfach nicht mehr.

AFF: Aber wie verlässt man ein Zimmer, wenn du nicht weißt, ob du sie oder ihn dann nochmal wieder siehst?

AFF: Also ich gehe eigentlich raus und ich sage, natürlich muss ich mich für den Moment verabschieden, das tue ich auch, aber ich sage dann in den meisten Fällen nicht wie man sonst immer sagt, Mensch wir sehen uns nächste Woche wieder oder wir spielen dann ne Runde Karten, was soll ich ja auch schon so machen, das mache ich dann natürlich nicht.

AFF: Innerlich sage ich dann schon, es wird wahrscheinlich das letzte Mal so für mich, Abschied zu nehmen. Aber ich verabschiede mich nur für den Moment. Das muss man dann lernen, auch im Moment zu sein. Ist das wahrscheinlich auch etwas, was wichtig ist? Wir sind daher manchmal in der Vorplanung, wir gucken zurück. Aber das soll man ja auch immer lernen im Leben, im Moment zu sein.

AFF: Achtsamkeit.

AFF: Aber man braucht natürlich auch als Geschäftsleitung, muss man ja auch sagen, wie in anderen Unternehmen, auch Zahlen stimmen oder ist so eine Frage irgendwie unverschämt? Sie wissen ja auch nicht, oder du, waren ja beim Du, Britta, wie viele Menschen wann kommen? Und wie komme ich denn ins Hospiz?

AFF: Das würde ich erst mal weitergeben an Kathrin, weil wer ins Hospiz kommt, mehr ihr Job.

AFF: Also zu uns kommen die Patienten, da sind sie ja noch Patienten, wenn sie zu Hause sind und in der Betreuung sind oder im Krankenhaus.

AFF: wenn die Ärzte Gespräche geführt haben, dass wirklich nichts mehr zu tun ist, dass keine Therapien mehr stattfinden können und alles beendet oder auch vielleicht abgebrochen ist, weil es vom Zustand her schon zu schlecht ist.

AFF: Mein Vater hat zum Beispiel selber entschieden, hat mir übertragen zu sagen, geh zum Chefarzt und sag, ich möchte, dass alles eingestellt wird. Und dann war die Antwort, ab dann wissen wir, dass der Sterbeprozess eingeleitet wird und wir würden ihn dann überweisen,

AFF: ein Hospiz. Also das kann auch manchmal von Patientinnen Seite selber kommen, der Wunsch.

AFF: Es kann ja auch durchaus sein, dass man schon sehr lange Therapien mitmacht, aber einfach auch dann an den Punkt kommt, wo man selber sagt, ich kann nicht mehr, das schaffe ich nicht mehr.

AFF: Und das wäre dann der Punkt, wo sich entweder die betreuernden Ärzte an uns wenden und denjenigen schon mal bei uns anmelden. Oder manchmal sind es die Angehörigen oder auch der Gast selber, das angerufen wird und einen Termin vereinbart wird. Vielleicht kommt derjenige hier auch zu uns und schaut sich das Ganze an und meldet sich damit dann bei uns an.

AFF: Aber das heißt, du brauchst dann keine Überweisung. Du kannst dann selber anrufen. Hab ich das richtig verstanden?

AFF: Also der erste Kontakt ist meist telefonisch. Dann brauchen wir eine ärztliche Bescheinigung für die Notwendigkeit der Respizversorgung. Dort bescheinigt der Arzt, welche Erkrankung es geht und dass die auch im Endstadium ist, dass es nichts mehr gibt, was man noch tun kann. Die meisten bringen ja auch schon Schmerzen oder Beschwerden mit, die wir hier versuchen mit unseren Palliativmedizinern.

AFF: in den Griff zu bekommen, sodass man möglichst keine Beschwerden hat und Lebensqualität damit gewinnt und gegebenenfalls auch hier am Alltag wieder mit teilnehmen kann, wenn es einem besser geht. Okay.

AFF: Was schätzt du, was die durchschnittliche Aufenthaltsdauer hier ist? Leider zu kurz. Ich habe irgendwie 13 Tage im Kopf, weiß aber nicht, ob das stimmt.

AFF: Wir waren im letzten Jahr bei 17 Tagen.

AFF: Als ich nachgeschaut habe für meine Mutter, die ist verstorben an dem Tag, an dem wir uns hätten anmelden wollen, waren es acht Tage. Und mein Vater war tatsächlich fünf Tage nur da. Also es ist sehr, kurz. Wie ist der Betreuungsschlüssel? Ihr habt ja unglaublich viele Schwestern, Pfleger, Ehrenamtliche

AFF: und haben im Frühdienst zwei bis drei Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitende, im Spieldienst zwei und in der Nacht auch zwei. Insgesamt haben wir einen Stellenschlüssel von 12,3 Vollzeitstellen.

AFF: Wie viele Ehrenamtler habt ihr? Im Moment sind wir 16. Wow. Braucht ihr noch welche?

AFF: Ja, also wer uns zuhört und wer in der Nähe vom Schönsalzgitter wohnt und sagt klar, mach mit.

AFF: Ehrenamt ist ja auch eine ganz breite Basis. Also wir haben zum Beispiel Hausmeister, die uns unterstützen, die gehen für uns einkaufen. Es gibt Ehrenamtliche, die fasse ich jetzt einfach mal mit dazu.

AFF: das sind...

AFF: Spender, die uns jetzt regelmäßig Kuchen bringen, Menschen, uns bei Veranstaltungen unterstützen.

AFF: Also es muss nicht immer die Sterbebegleitung sein als Ehrenamt. Es gibt auch ganz ganz viele andere Möglichkeiten uns zu unterstützen.

AFF: Das finde ich einen ganz wichtigen Ansatz, weil natürlich Sterbebegleitung was ist, vor dem viele Menschen sich scheuen. Finde ich gut.

AFF: dass man auch einfach einkaufen gehen kann.

AFF: Woher kommt eigentlich die Scheu? Das muss ich wirklich mal fragen, weil wir alle wissen, dass wir sterblich sind. Wir alle wissen, dass wir nicht unendlich leben können auf diesem Planeten, dass unsere Kontakte, Zusammensein begrenzt ist. Warum haben wir so viel Angst vor dem Tod?

AFF: Warum reden wir nicht drüber? ist das... Yvonne hat es vorhin gesagt, du kannst ja gleich noch mal mit einsteigen, auch immer so ein bisschen am Rande oder wie du auch sagst, für Menschen unangenehm das zu thematisieren.

AFF: Also es ist natürlich kein leichtes Thema, was man da so eben auf einer Feier mit anspricht, wobei man so...

AFF: leicht reden kann. Was mir gerade so durch den Kopf schießt, ist, ich hatte gerade vor ein paar Tagen Auszubildende hier, die sich zur Pflegefachkraft ausbilden lassen.

AFF: Und am Ende gab es so eine Blitzlichtrunde, wie Sie es hier empfunden haben. Und tatsächlich hat die Mehrheit, in einer Ausbildung ist, jung sind sie ja, sie sind sehr jung. Sie sind konfrontiert mit Schwerkrankungen, weil sie jetzt gerade ihre Ausbildung in den praktischen Einsätzen in den Krankenhäusern absolvieren. Und die meisten haben zurückgespiegelt, dass sie tatsächlich vor diesem Besuch bei uns ein wenig Angst hatten, was hier auf sie zukommt, was sie hier erleben.

AFF: Was ist diese Schwelle, die man überwindet, wenn man ins Hospis geht? Weil wir jemanden sehen, der vielleicht stirbt oder weil wir in Kontakt kommen und das ist sonst outgesourct? Kann es das sein?

AFF: Ich weiß es nicht. Ich habe drei Menschen begleiten dürfen beim Sterben, also im Sterbemoment. Und für mich waren das alles, hört sich doof, ich das sage, aber schöne Erfahrungen.

AFF: Also es war immer friedlich, es war immer schön.

AFF: die Person mir erlaubt hat, dabei zu sein bei diesem letzten Weg.

AFF: Aber ich weiß zum Beispiel, in meiner direkten Familie können Leute das nicht. Ich glaube, das ist was Individuelles. Ich glaube gar nicht, dass das für alle Menschen gilt, dass man immer Angst vorm Hospiz

AFF: Aber das das Unbekannte. Arztgültige haben ja erstmal keine emotionale Verbindung zu den Menschen, die hier liegen. Ist das was anderes, wenn man eine emotionale Verbindung hat, als wenn man als Pflegekraft dann da ist oder als Pfleger oder als Ehrenamtler?

AFF: Aber wäre es vielleicht nicht sogar einfacher, wenn man keine emotionale Verbindung Ja, ist...

AFF: Denke ich vielleicht auch.

AFF: Ich sage mal so, generell in einem Hospiz arbeiten zu können, ist es natürlich von Vorteil, dass ich eine Pflegekraft bin und nicht sofort eine emotionale Bindung zu dieser Person habe. Allerdings baut man das hier auch auf.

AFF: Wir sind ja ganz dicht dran. Das würde mich auch beruhigen, wenn du mich dein Pflegsgarten nennst. Es ist ja alles sehr klein und familiär hier. Und wir wachsen ja sozusagen mit in die Familienreihen in unserer Betreuung. Wichtig ist dabei für alle Pflegekräfte,

AFF: dass man gut auf sich achtet. haben da verschiedene Angebote für unser Personal. Wir bieten Hilfen an, dass wir sagen, wir machen monatlich Supervisionen, sich zu entlasten. Wir machen Fallbesprechungen. Das Team tauscht sich intensiv aus, weil es auch uns hier ab einem gewissen Punkt nahe geht. Und wir müssen sehr aufpassen, dass wir da nicht...

AFF: die nötige Distanz verlieren. Denn sonst können wir diesen Beruf auch nicht lange in einem Hospiz ausüben. man wirklich mit jedem dann auch...

AFF: Aber was weißt du jetzt über den Tod, was wir beide noch nicht wissen? Ihr habt ja so viel Erfahrung. kann es auch nochmal. Du bist ja damit täglich konfrontiert. Was weißt du?

AFF: Also im Gegensatz zu früher, bevor ich in einem Hospiz gearbeitet habe, weiß ich, dass der Tod nicht...

AFF: sein muss. Ich weiß, dass er in einem Hospiz nicht voller Angst sein muss. Ich weiß, dass ich nicht alleine sein muss, selbst wenn ich Ängste hätte.

AFF: Hätte ich hier immer jemanden, bei mir ist, der mir zuhört. Ich hätte hier eine entsprechende Versorgung für alles, was ich vielleicht erwarten könnte an Beschwerden, an Schmerzen, sodass ich mir sicher sein kann, dass hier wäre ein sicherer Raum für mich. Und man erlebt Menschen, die hier in diesem Rahmen, ich sage mal so, besser sterben können.

AFF: als sie es vielleicht irgendwo anders können. Weil wir versuchen da ganz viel zu tun, damit es ...

AFF: nicht so schwerwiegend oder schwer ertragbar ist, auch für die Familie, die drum herum sitzt.

AFF: müsste gleich mal sagen, ihr das dann macht. Also ich nehme auf jeden Fall jetzt irgendwie sehr viel Zuwendung und wärme auch mit, weil du hast ja die Zeit davor. Du hast ja einen Kampf vielleicht durch Chemo. Was weiß ich, wie viele Züge man dann hatte. Man hatte Schmerzen, hat OPs. Also alles vorher war ja Kampf und Auseinandersetzung.

AFF: dann habe ich das Gefühl, so wie ihr es beschreibt, kommst hierher und auf einmal ist Fürsorge da, ist Wärme da, ist vielleicht auch Loslassen können da.

AFF: Wir merken das bei den Gästen auch wirklich, dass sie das teilweise so auch aussprechen, dass sie einfach sagen, so jetzt bin ich hier, hier ist viel mehr Ruhe. Ich kann mich auf das Wesentliche, auf die letzte Zeit mit meinen Angehörigen konzentrieren und kann jetzt einfach auch mal alles lassen. Und man

AFF: ist ja auch Gast. Also das finde ich ja tatsächlich in Hospizen so, dass wenn man jetzt noch ein bestimmtes Bier trinken möchte, dann wird es sofort Ich würde ein Spaghetti Eis wollen. genau du würdest ein Spaghetti Eis wollen. Ich hätte gerne noch ein bisschen Kinderschokolade.

AFF: alle alles bekommen. Wenn ich nochmal alles... Alles. Alles. Es ist alles möglich. Das ist meine Erfahrung mit Hospiznis. Alles getan wird, damit die Person glücklich und entspannt leben kann. Aber ist es auch eine Erleichterung zu sagen, der Kampf, Lebenskampf, den ja schwerkranke Menschen dann haben, ist vorbei? Also stellst du das fest?

AFF: Also das würde ich gerne noch mal drauf eingehen und Katrin hat gerade erwähnt, wir tauchen ein in die Familien und wir wissen Familie kann Harmonie sein, Familie kann aber auch Drama und Konflikt sein. Also seid ihr auf einmal mittendrin? Also ich habe gerade zum Neujahr diesen Jahres die Erfahrung gemacht, dass ein Gast relativ spät in Anführungsstrichen kam, also nur eine kurze Verweildauer hatte ich glaube einen Tag und dass dann der Zugehörige oder in dem Fall der Ehemann gesagt hat, wenn ich das gewusst hätte,

AFF: Schönes

AFF: hier ist.

AFF: das sagt eigentlich schon alles. Mir tat das eigentlich leid, weil er gesagt hat, es war zu Hause so beschwerlich, es war so anstrengend, die Wohnzimmer werden Krankenstation. Die Familie ist keine Familie mehr, sondern es ist ein Pult von Menschen, die sich nur noch kümmern, Versorgungen, Hilfsmittel besorgen, nach Ärzten rennen, Termine versuchen zu bekommen. Und hier konnten sie zusammen am Bett sitzen und waren da wieder eine Familie. Die haben dann auch miteinander noch geredet, was noch so möglich Was ist denn für dich das Wesentliche, weil Katrin

AFF: auch gerade gesagt hat, man kann sich auf das Wesentliche konzentrieren. Sich nochmal zu sagen, ich liebe dich, was ist das Wesentliche für dich? Was sagen Sterbende? Was wollen die nochmal ansprechen?

AFF: Besuch geht natürlich immer vor Ehrenamt. Da gehe ich dann nicht mit rein, wenn es nicht gewünscht ist. Manchmal geht man auch mit rein, vielleicht ein Gespräch in Gang zu bringen, weil die Schwere so da ist und dann bricht man das so bisschen auf. Aber ich glaube tatsächlich einfach diese Last. müssen uns nicht mehr das Leben kümmern, sondern wir können hier zusammen sein. Und dann werden mit Sicherheit Dinge angesprochen, die schon längst überfällig waren, die einfach in diesem...

AFF: man, wie dumm das manchmal ist, dass es den Tod braucht. Das klingt jetzt vielleicht total bescheuert.

AFF: dass du anfängst, zu sortieren. Ich glaube, dass auch im Angesicht des Todes all diese kleinen Sachen, von denen man sonst genervt ist, gar keine Bedeutung mehr haben.

AFF: Aber ich glaube auf die Entscheidung zu treffen und zu sagen, bin ich hier nicht besser aufgehoben oder ist mein Angehöriger hier nicht besser aufgehoben?

AFF: Aber alle wollen doch zu Hause sterben. Jeder sagt doch, ich möchte zu Hause. Ich möchte auch nicht zu Hause sterben. Wenn das Wohnzimmer ein Krankenlager wird. habe mit einer Bekannten gesprochen, auch leider nicht im Hospiz verstorben. Zu Hause ist der Mann verstorben und sie sagt, ich ersticke in meinem Wohnzimmer. Ich könnte auch nicht mehr in den Betten liegen, wenn dann mal mein Mann sterben.

AFF: flog alles raus. Der Maler musste kommen und sie sagt...

AFF: selbst jetzt noch guckt sie mich mit großen Augen an und sagt, ich weiß gar nicht, ob das noch mein Zuhause sein kann.

AFF: Ja, und wenn man so gepolt ist in Hospiz, kann man großräumig umfahren. Also wenn man an den Ort nicht zurück möchte, wo der Zugehörige verstorben ist. Das geht halt im Wohnzimmer nicht. Ich würde auch nicht zu Hause sterben wollen. Wie furchtbar.

AFF: Kurze Frage nochmal an dich, liebe Britta. Wir haben vorhin erwähnt, Wünsche werden erfüllt. Wünsche kosten ja was. Also wenn ich jetzt hier liege und sage, ich möchte doch nochmal an die Nordsee, weil ich die Nordseewellen liebe, sind das Wünsche, möglich sind oder ist es eher das Spaghetti Eis vom Eishändler nebenan? Und wie tragt ihr dann die Kosten für solche Wünsche?

AFF: Also das sind zwei Sachen, die ich da unterscheiden würde. Solche Wünsche wie, ich möchte mal ein

AFF: Realisieren wir, aber in Zusammenarbeit mit dem Wünschewagen. Es gibt unterschiedlichste Organisationen, die einen Wünschewagen betreiben. Der heißt nicht immer Wünschewagen, aber andere Organisationen heißen eben anders. Aber das ist eine ganz tolle Zusammenarbeit und wir nehmen dann Kontakt auf und sprechen alles ab und dann kann derjenige seine letzte Wunschfahrt nochmal antreten.

AFF: Das ist ja auch was mega Besonderes. Was würdest du dir wünschen? ich weiß es nicht. Was würdest du dir wünschen?

AFF: Keine Ahnung, ich würde wahrscheinlich zu einem Bernhardiner Züchter wollen und noch mal kurzhaarige Bernhardiner. Das darf Coco jetzt nicht hören, ganz schlimm umarmt. Das auch sehr speziell. ich glaube, ich würde noch mal eine Buchhandlung wollen.

AFF: Aber ihr seid Festangestellte und ihr seid Ehrenamtliche. Und trotzdem gibt es auch die Möglichkeit, das kann man ja auch für andere Situationen, Erbnachlass, Erbe, etwas euch zu spenden, für eine Geburtstagsfeier zu sagen, Leute, ich habe jetzt schon 93 Duftgärnzen zu Hause und vier Seifen, bitte spendet doch für das Hospiz in Salzgitter. Ist sowas schon angekommen unter den Leuten, dass man sagt, wir haben alle so viel, lass uns doch was spenden, damit anderen Wünsche erfüllt werden?

AFF: gibt es und wir sind ja nun schon über 20 Jahre hier in Salzgitter etabliert und auch sehr akzeptiert, das muss man einfach sagen, die Salzgitteraner Bevölkerung unterstützt uns sehr. Aber wie geht ihr raus, wie macht ihr euch bekannt?

AFF: Das ist mein Job, Öffentlichkeitsarbeit, ich auf Vernetzungstreffen, ich bin bei Landfrauen zu Vorträgen oder bei Kegelvereinen, lade Spender hier ein oder...

AFF: die interessiert sind. machen regelmäßig Veranstaltungen hier im Haus, kleinere Lesungen oder musikalische Abende, zu der wir natürlich auch die Öffentlichkeit einladen. Die Gäste und Angehörigen, die bei uns sind, sind auch immer herzlich eingeladen. Für die ist das in erster Linie. Aber weil das die Plätze nicht ausfüllt, die wir anbieten können, öffnen wir uns für die Öffentlichkeit.

AFF: Und wie sind die Reaktionen, wenn du jetzt auf dem Stadtfest stehst als Gitter mit dem Hospiz-Banner?

AFF: Das machen wir, wir wissen aber auch, dass wir kaum wahrgenommen werden. Nein, das ist falsch.

AFF: Wir werden wahrgenommen, aber wir werden nicht angesprochen. Man geht an uns vorbei, schielt so ein bisschen zu unserem Roll-Up und manche truscheln auch. sieht, sie reden dann über Hospiz, aber sich bei einem schön fest an uns zu wenden und zu sagen, was macht ihr eigentlich, das kommt eher selten vor. Trotzdem geben wir die Hoffnung nicht auf und sind da weiterhin aktiv, weil wir wissen, wir werden wahrgenommen.

AFF: Und wenn uns jemand braucht, erinnert er sich hoffentlich an unsere Einrichtung.

AFF: Ich habe noch etwas. Die Spenden, die ihr bekommt, die sind ja nicht für das Spaghetti-Eis und für den Wünschewagen. Die sind ja existenziell für Hospizze. Hospizze müssen, du hast mich vorhin schon mal berichtigt, aber ich hatte im Kopf 5 % ihrer Kosten durch Spenden selber aufbringen. Das ist sehr, sehr, sehr viel Geld. Und du sagtest es noch ganz anders.

AFF: Das mit den 5 Prozent ist richtig, das ist die gesetzliche Grundlage. Aber im Vorfeld müssen wir jedes Hospiz für sich mit den Kostenträgern, das sind die Kranken- und Pflegekassen, einen Tagesbedarfsatz verhandeln, jedes Jahr. Und in diesem Tagesbedarfsatz finden nicht alle Kosten Anrechnung. Das heißt, die Kranken- und Pflegekassen sagen, Mensch, ihr kauft zu teuer Essen ein, für Essen kriegt ihr nur 6,80 am Tag und nicht 12 Euro, wie ihr braucht.

AFF: Und somit ist mit diesem Tagessatz, den wir mit den Kassen verhandeln, sind nicht alle Kosten abgedeckt. Da entsteht das erste Defizit. Und dann kommen die 5 Prozent, die wir von dem verhandelten Satz noch aufbringen müssen. Und wir hier in Salzgritter brauchen ungefähr 200.000 Euro im Jahr, den Alltag hier finanzieren zu können.

AFF: Den Alltag, nicht das Spaghetti Eis. Oder den Wünschewagen. Leute, ich kann auch weg vom Spaghetti Eis. Also nicht für Sonderwünsche. Nein, das ist auch nicht mit dem.

AFF: Das wollte ich noch mal deutlich machen. ist auch noch mal ganz wichtig.

AFF: haben ihre eigene Spendenfinanzierung. ist ganz toll. es ist grundsätzlich so, alle Hospiz sind nur wir sind auf Spenden angewiesen. Aber das Wichtigste ist in dem Zusammenhang vielleicht zu sagen, dass der Hospizaufenthallen für die Gäste oder Angehörigen kostenfrei ist. Das ist noch mal ganz wichtig zu sagen. Auch hier kommen keine Kosten hinzu. Das tragen wir als Hospiz und wir müssen es an Wirtschaften überspenden.

AFF: Von den Spenden, die so wichtig sind, damit ihr so eine tolle Arbeit machen könnt, würde ich gerne noch zum Abschluss auf zwei emotionale Fragen kommen. Wir gehen vielleicht nochmal an Katrin und an Yvonne. Ihr habt ein Palliativleitbild. Was beinhaltet das?

AFF: Also was ist euch wichtig, wenn man sagt, ich komme in ein Hospiz-Team? Es hat einen sehr familiären Charakter. Das habt ihr vorne auch noch mal im Eingangsbereich verschriftlich. Was gehört dazu?

AFF: Also uns ist wichtig, dass jeder, hier zu uns kommt und von uns begleitet wird, angenommen.

AFF: genommen fühlt, sich hier so zeigen darf, wie er das auch zu Hause machen würde. Nicht umsonst sagen wir, wir sind ein letztes Zuhause für den Gast, der zu uns kommt und wir wollen ihn entsprechend auf diesem letzten Weg so gut es geht begleiten mit all seinen Bedürfnissen, mit all seinen Wünschen.

AFF: Und dazu gehört es für uns mit dazu, noch mal Lebensqualität zu schaffen für denjenigen, wie auch immer die aussieht. Das kann ganz unterschiedlich sein.

AFF: Und wir organisieren uns mit unserer Pflege auch die Gäste herum. sie können hier so leben, wie sie das zu Hause machen würden.

AFF: Es gibt jetzt auch keine festen Besuchszeiten. Wenn ich jetzt sage, ich hätte noch mal Lust, meine Freundin 22 Uhr zu sehen, dann ginge das auch. Dann käme ich rein.

AFF: Genau, das geht alles. Man kann auch hier mit übernachten, übernachten bleiben. Manchmal sind es auch mehrere, die hier mit übernachten wollen, sodass man da auch noch mal eine schöne Zeit hat und abends bei dem Classic

AFF: noch mal zusammensitzen kann. Und das ist uns wichtig, dass wir es respektvoll und würdevoll begleiten. Verstehe. Was auch immer der Gast möchte.

AFF: Jetzt kommt ja jeder Gast mit seiner ganz persönlichen Geschichte, mit seinen Ängsten, auch mit seiner Wut. Es kann ja auch jemand sein, der politisch vielleicht eine ganz andere Ansicht hat als du. Das kommt ja alles dazu.

AFF: Wie geht ihr auf diese persönliche Geschichte ein? Spielt das mehr eine Rolle für die Ehrenampler oder ist das von der Pflegeseite auch ein Thema? Es können ja seelische Wunden sein. Nochmal was Unausgesprochenes zwischen Mutter und Tochter. Das stelle ich mir. Du weißt, du hast nur noch ein paar Tage, vielleicht auch Dinge zu regeln. Diesen Rucksack, weißt ich das meine? Welche Rolle spielt der, wenn der Gast hier ankommt?

AFF: Also ich glaube, spielt für uns alle eine sehr große Rolle, weil wir danach auch die Begleitung gestalten müssen. Je nachdem, was der Gast mitbringt und welche Menschen da auch bereit sind, vielleicht nochmal ein letztes Gespräch zu führen.

AFF: Dann suchst du auch den Bruder oder die Mutter oder den Vater oder wer macht das dann, wenn man sagt, ich muss das doch klären, bevor ich vielleicht sterbe. Oder das vielleicht kann man ja hier streichen, bevor ich sterbe.

AFF: Ich sage mal, wir versuchen das schon. Es kommt aber auch immer darauf an, wie viel Bereitschaft da ist. Wenn wir da irgendwie Kontakte haben und das Gegenüber kontaktieren können, fragen wir dann an. Aber es gibt durchaus auch Konflikte, die kann man nicht mehr zuletzt klären. Die bleiben dann unausgesprochen. Das passiert auch.

AFF: Stirbt sich dann anders, Yvonne, wenn Konflikte ...

AFF: Noch schwelen, das stelle ich mir schwieriger vor. Ich Loslassen ist schwieriger, wenn man nicht alles besprochen hat.

AFF: Das sagt natürlich keiner. habe hier, also im letzten oder beim letzten Atemzug, da wäre noch was, was ich hätte sagen wollen, ist ja dann irgendwann kein Thema mehr. Also ich glaube, irgendwann wird einfach Frieden geschlossen. So entnehme ich das. Also es wurde nicht ausgesprochen, aber die Male, die ich so dabei war, hat sich das für mich so

AFF: dargestellt, dass das irgendwann dann in Ordnung ist, nachdem hier so alles getan wurde. natürlich gibt es auch mal einen Menschen, da hört man dann vielleicht aus der Geschichte heraus, das wäre jetzt nicht so meins, wenn gerade angesprochen wird Politik oder so. Aber das ist für mich in der Begleitung kein Thema oder auch vielleicht eine Schrulligkeit oder mal ein farsches Wort. Also das ist jetzt nichts, wo ich dann sage, Mensch, der war heute so.

AFF: denn

AFF: mit oder nimmst du denn mit? Wir sind fast am Ende unseres Podcasts noch mal. Vielleicht eine kurze Antwort. Was sollte man wissen über Hospiz? Du hast mir vorhin eine Situation erzählt, da warst du auf dem Abendessen und auf einer Party. Da hast du neben einem Typen gesessen und dem hast du von deinem tollen Ehrenamt erzählt. Und was hat der geantwortet, Yvonne?

AFF: Neben dir kann ich nicht mehr sitzen, weil ich dieses Ehrenamt mache. ja. Weil der nicht umgehen konnte mit dem Thema Tod oder wie hast du das interpretiert? sitzt, er dann sterben.

AFF: Aber ich habe gesagt, das machst du dann schön allein. Ich kann dich gerne begleiten. Es war dann auf einer lustigen Ebene, obwohl es gar nicht lustig ist. Aber in dem Zusammenhang habe ich es dann so bisschen, wo ich gesagt habe, das machst du allein, aber ich kann dich gerne begleiten und dir Hilfestellungen anbieten. Also im Sinne von Gesprächen.

AFF: Aber das ist ja ein Beispiel dafür, eben wie viele Leute noch scheu davor haben, darüber zu reden. Was würdest du denn zum Schluss noch unseren Podcast-Hörer und Hörerinnen von Alltag für Fortgeschrittene Folge 74 mitgeben, nochmal zu sagen, das ist wichtig, das solltet ihr wissen.

AFF: Informieren in erster Linie. Es gibt takte offenen Türen in den Hospizen. gibt immer wieder Veranstaltungen, wo man einfach mal hingeht, bevor man urteilt. Es sprechen ganz viele Menschen mit mir immer ganz leise. Warum? Weil man beim Tod leise spricht.

AFF: So, okay. Waren wir zu laut. Obwohl ja, das habe ich auch gemacht. Aber das machst du doch auch. Du lachst doch auch mit Gästen. Genau darum geht es. Und das ist so wichtig, dass man das in die Mitte der Gesellschaft trägt und sich dann wirklich informiert bei Hausführungen mit dabei sein, Tag der offenen Türen. Es gibt so viele tolle Veranstaltungen, nicht nur hier bei uns. Ich denke, anderen Hospizibundesweiten mieten das auch an und einfach mal hingehen und gucken.

AFF: hier schon mal jemand gelegen, den du kanntest? Nee.

AFF: Danke.

AFF: Uns ist es auch ganz wichtig zu sagen, natürlich wird hier gestorben und natürlich wird hier auch geweint, aber in erster Linie liegt der Schwerpunkt auf dem Leben. Wir legen den Schwerpunkt auf das Leben. Wir wollen dem Leben nochmal Inhalte geben, schöne Sachen machen, lachen, singen, spielen, alles, was man sich so vorstellen kann und was man sich wünscht. Und das ist eigentlich der Schwerpunkt, wir hier legen.

AFF: Ihr macht eine tolle Arbeit, Kathrin.

AFF: Du hast die Pflegeleitung. Das alles geht natürlich nicht alleine. Das geht nur mit einem guten Team. Was gibt es denn noch von deiner Seite, was dir wichtig wäre,

AFF: nochmal den Beruf der Pflege feiern oder zu sagen, was das Hospiz den Menschen, die hier sind, vielleicht dann doch auch schenken kann? Also

AFF: generell, klar.

AFF: ganz davon ab, ob ich selber Pflegekraft bin, ist Pflege einfach wichtig. Das merken wir spätestens dann, wenn wir irgendwann mal selbst betroffen sind. Ich glaube, die Pflegekräfte in einem Hospiz sind tatsächlich im Alltag eher bescheiden, was das alles angeht, weil es für uns hier einfach eine Selbstverständlichkeit ist. Also wir kriegen oft

AFF: Die Rückmeldung, ja, wie hält man das aus? Und ich könnte das gar nicht. Wo wir tatsächlich diese Aussage gar nicht so richtig nachvollziehen können. Weil es einfach das ist, was uns mit unserem Beruf hier erfüllt. Es gibt kein schöneres Lob in der Pflege, wenn ein Zugehöriger gerade jemanden hier bei uns verloren hat und uns rückmeldet, das war die beste Entscheidung, die wir getroffen haben, dass wir hier waren.

AFF: Und ich finde, das kann man einfach so stehen lassen und da kann man mit einem Lächeln nach Hause gehen. Ja. Und du hast ja auch eine Entscheidung getroffen. Du hast ja auch gesagt, einem Umfeld, wo wenig Zeit ist für den Sterbeprozess, für das Abschiednehmen hast du dich ja auch fürs Hospiz entschieden. Jemals bereut?

AFF: Nein. Nein. Gott sei Dank.

AFF: Aber tatsächlich mein eigenes Denken noch mal geändert zum Thema Tod und Sterben. Und ich würde nichts aufschieben für später.

AFF: Das ist nochmal wichtig. Leben, es geht ums Leben. So, jetzt haben wir es gemacht. Wir sind nach Salzgitter gefahren. Ja. Aus Bremen und aus Düsseldorf. Und sie haben uns in der Mitte getroffen und haben ganz tolle Frauen getroffen. Das muss ich nochmal sagen. Applaus, Applaus. Spielen wir nachher ein. Yvonne, Kathrin und Britta, herzlichen Dank auch für eure Zeit. Danke, dass ihr hier wart an diesem Vormittag. Und wir freuen uns auf, ich glaube, ganz viele Reaktionen, oder? Ja. Und spendet.

AFF: für das Hospiz in eurer Stadt oder für das Hospiz als Gitter. Ganz genau. Tschüss. Tschüss. Vielen Dank.

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