045 - Herz-OP der Mutter, Esssucht & Hospiz-Ehrenamt
Shownotes
Sturm an der Nordsee, Krankenhaus in Frankfurt: Silke und Bärbel starten ins Wochenende mit viel Wetter, viel Herz und sehr persönlichen Geschichten. Es geht um Suchtdruck beim Essen, Herzgesundheit, Ehrenamt im Hospiz, Tierschutzhunde, Prokrastination mit Garten-Reels und den langen Schatten von Trauma.
In dieser Folge:
Freitag, der 13.: Sturm, Regen und Nordsee-Alltag bei Silke
Bärbels Mutter im Krankenhaus: Herz-Eingriff während der Aufzeichnung
Pflegekraft aus Nigeria: „Ich gucke immer Notruf und lerne Medizin“
Oskar & Coco: Hundeleben ohne Hose, „Tiere suchen ein Zuhause“-Dreh beim WDR
Tierschutz statt Rassehund: „Adoptieren statt produzieren“
Silkes Abnahme-Update: Viele Mails, Suchtdruck, Spritze, „schöneres Leben gerade“
Hörerin Susanne: Sucht „nicht zu essen“ und wertende Blicke am Supermarktband
Ehrenamt im Hospiz: Hörerin Tina startet Kurs, über 100 Stunden Ausbildung
Bärbels frühere Trauerarbeit mit Kindern: Trauer als Pfütze, Aggression, Schulabsturz
Gedanken zum Altwerden: Wenn Lebensmenschen fehlen und nur Erinnerungen bleiben
Wim Wenders live: Musik, Film, Kamerafahrten – und mit 81 noch auf der Bühne
Red Carpet in München: Doku „Ein Sommer in Italien“ über die WM 1990
Outfitfragen, Stylistin Simone und Fotowand-Humor („Tante Getis Heiratsinstitut“)
Stimmung im Land: Wirtschaftssorgen, Manager-Boni und Politikfrust
Kommunalwahl in Frankfurt: Bitte demokratisch wählen, trotz „halber-Kilometer-Stimmzettel“
Hate im Netz: Kein Hass in Kommentaren – schreiben, wenn man was Nettes zu sagen hat
Alltagsheldinnen: Sibylle Berg mit tröstendem Text für Jugendliche
Alltagsheldin Natascha Kampusch: 20 Jahre nach der Flucht, Kampf mit den Folgen
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Transkript anzeigen
Silke: Freitag, der 13. und er beginnt mit Sturm und Regen hier an der Nordsee. Wie geht es Ihnen Frau Schäfer?
Bärbel: Ja, ich habe keinen Sturm und Regen und kein Meer vor mir. Frankfurt liegt ja leider nicht am Meer. Ich habe eine Mutter im Krankenhaus, was einen ja auch immer so ein bisschen aufwühlt. Das Herz, ich sage nur das Herz, Leute. Ich hoffe, heute an diesem Freitag bei Alltag für Fortgeschrittene ist euer Herz stark pumpalgesund. Das wird bei der Mama irgendwie wiederhergestellt. Und ja, ich glaube, sie ist ja jetzt in guten Händen.
Silke: nein!
Silke: Pompaxon
Bärbel: Und während wir aufzeichnen, ist der Eingriff. Also schickt mal alle gute Energy. Grüße gehen raus an alle Kardiologen.
Silke: Wir denken an die Mama. Ja, und alle Pflegekräfte, die sich auch kümmern. Alle.
Bärbel: Alle Pflegekräfte und ... Gestern, als ich meine Mutter da hingebracht hab, das kann ich vielleicht noch erzählen, war ... eine Pflegekraft aus Nigeria und hat gesagt, hey, hallo Bärbel, ich kocke immer Notruf und lerne medizinische Begriffe. Und das war so lustig. Ja, ja, Ich denke, sie hat auch noch eine andere Ausbildung, die ...
Silke: Ist doch schön, dass wir noch was beibringen können. Toll!
Bärbel: Vielleicht noch etwas fundierter ist, aber wir werden ja auch immer beraten natürlich. Und die richtigen Notfallärzte und Ärztinnen sind dann ja dabei und die Sanitäter. Aber das war sehr, sehr süß. Ja, die habe ich dann gleich zu meiner Mama und die haben auch gemetzt. So, du bist aber gesund, kannst aber nicht raus, weil da draußen sich die Wellen brechen.
Silke: toll.
Silke: Ach, sehr gut.
Silke: Ja, also die Wohnung hier ist Gott sei nicht direkt am Deich, aber es ist so fieses Wetter, gefühlte minus zwei Grad, Orkanböen und es regnet so, so sehr, dass ich als Brillenträgerin genau drei Sekunden aushalte, bevor ich leider gar nichts mehr sehe. Ich war heute morgen sechs einmal kurz mit dem Hund und jetzt muss er ein bisschen aushalten.
Bärbel: Mhm.
Bärbel: Hahaha
Bärbel: Muckelst du dich schön ein, sonst wird mit der nächsten Böe davongetragen, der kleine süße Oskar. Ja, aber Oskar haben wir gestern oder vorgestern näher kennengelernt, während du dein Newsletter geschrieben hast, liegen die daneben und chillen, machen gar nichts.
Silke: Mhm. Ja, der wiegt ja auch nix.
Silke: Mhm.
Silke: Tiefenentspannter Hunde. Tiefen. Ich möchte einmal so gut schlafen wie dieser Hund.
Bärbel: Bist du manchmal neidisch auch auf das Leben deines Hundes?
Silke: ja. ja. Manchmal denke ich auch, er könnte es noch bisschen besser haben als hier, aber der hat es schon gut, glaube ich.
Bärbel: Es gibt bei Insta immer diesen Text auf so schlafende Hunde. Trägt kleine Karmotten, zahlt keine Miete. Der hat nicht meine Hose. Der hat nicht meine Hose. Pennt den ganzen Tag, frisst ihr das Futter weg. Und trotzdem bliebt man sehr. Ich hab gestern mit Coco für Tiere suchen ein Zuhause, dieses WDR-Format gedreht. Guck ich ja immer, weil ich denke, vielleicht ist ja einer der Hunde dabei.
Silke: Der hat nicht mal ne Hose. Der hat nicht mal ne Hose.
Silke:
Bärbel: Und Coco hatte erst ein bisschen Angst vor der Kamera. Und dann war es natürlich genau der Vorführeffekt. Ich hatte ihr am Vormittag nichts zu fressen gegeben. Das, ich sie zurückrufe auf dieser Hundewiese, sie natürlich ... Dass sie mal hört. Wie erst so Knutschgangs zählen und dann sitzen und ein bisschen reden. Dann mach ich die von der Leine los. Und da sind ihre Hundekumpels am Ende der Hundewiese. Pst. Abgehaut.
Silke: dass sie mal hört.
Silke: GAH!
Silke: Man muss Prioritäten setzen. So viel Hunger hatte sie offenbar nicht.
Bärbel: nein, ich dann pfeifend und brüllend da hinterher und es war demütigend.
Silke: Wissen wir schon, wann wir das gucken können beim WDR? Im WDR.
Bärbel: Ich glaube irgendwie im WDR, ich glaube Ende März kommt die Folge. Ich sag dir auf jeden Fall Bescheid, aber es ist ja ... ist nur so kleines Porträt. Und es ging darum, soll man sich einen Rassehund anschaffen oder plädiert man eher Katzen, Hunde, keine Ahnung, Papageien und Hamster aus einem Tierheim zu holen. Und das ... Genau, genau. Und das hab ich auch noch mal supported, weil das ja mein zweiter Hund aus dem Schutzprogramm ist. Und bei Oscar ist das ja auch so, ne?
Silke: Ja, bitte.
Silke: Tieren statt produzieren, sag ich mal.
Silke: Oskar ist ein spanischer Straßenhund. das ist einmal, sagt unsere Freundin Dina, einmal die Dorfstraße hoch und runter, irgendwo in Südspanien.
Bärbel: Oder das eine Rasse, die ich nicht kenne?
Bärbel: Das habe ich übernommen von Dina. Das finde ich irgendwie eine ganz schöne Formulierung. Ne sie... Ja. Ja, den gibt es wirklich nur einem. Der hat noch nicht mal eine Hose an. Ja. Wie war denn sonst deine Woche?
Silke: Ja und ich sag immer der Ausgleich ist ein Unikat. So einen gibt's nur einmal. Das ist ganz was Besonderes. Der hat noch nicht mal ne Hose.
Silke: Emotional. haben ja letzte Woche über meine Abnahme gesprochen und ich habe so, so, so viele Rückmeldungen bekommen. Danke für jede Einzelne. Es war nicht eine Böse dabei. Es war nochmal ein Mann, der sich bemüßigt fühlte, mir zu erklären, wie die Spritze funktioniert. Das hatte ich ja schon erklärt. Aber ansonsten waren alle voller Verständnis und Mut machend. Und das war richtig, richtig schön. Ich habe ganz viele auch ähnliche Geschichten gehört. Frauen, die gesagt haben, ich fühle mich so gesehen. weil du das so in Worte gefasst hast, wie es mir gerade noch geht. Und da wünsche ich tatsächlich allen, dass sie ihren Weg finden. Ob das der meinige ist oder ein anderer. Es ist einfach so ein schöneres Leben gerade.
Bärbel: Wow!
Bärbel: Hmm.
Bärbel: Ja, das ist toll, dass du das sagst und dass das Feedback auch so positiv war. Also auch gesehen zu werden mit dem Druck. Also du hast ja auch von diesem Druck erzählt, dass man das alles weiß, was von außen kommt. Man kann es trotzdem nicht ändern. Dazu haben wir auch noch mal eine Zuschrift. Da hat uns nämlich die Susanne geschrieben, hat gesagt, bei der ist es genau andersrum. Also ihre Sucht ist eher nicht zu essen. Das Gegenteil. Und wenn sie dann nur keine Ahnung, Sellerie und Brokkoli auf das Einkaufsband liegt, sagen, sieht sie auch Blicke, also auch wertende Blicke und wertende Blicke ging es ja auch bei dir, die dann sagen, ja, kauf dir halt mal was Gescheites, dann siehst du auch nicht so abgemagert aus. Und sie sagt, sie kennt eben dieses Dilemma. Es geht nicht darum, ob man jetzt wenig ist oder ob man zu viel ist. Und sie sagt einfach, die Sucht ist stärker bei ihr jetzt noch als der Wille.
Silke: Mhm. Ja.
Silke: Ja.
Silke: Gar nicht.
Bärbel: Das wünsche ich dir, Susanne, dass das bald umgekehrt Und da hast du ja gesagt, dass die Spritze dir geholfen hat, diesem Rad da auch rauszukommen.
Silke: Ich auch. Ja, ich wünsche es dir sehr.
Silke: Ja, aus dem Suchtdenken, weil es ist ja nichts anderes als Suchtdruck, den ich dann habe, das ich jetzt essen muss, einen Dopaminrausch zu haben. Und das ist eben ausgeschaltet durch die Spritze.
Bärbel: Mmh.
Bärbel: Jetzt kannst du einfach mich anrufen, ist auch ein Topamin-Rosch.
Silke: Tatsächlich, so ist es. Wie war denn deine Woche?
Bärbel: Ich muss noch mal kurz nachhaken, das freut mich, dass du das sagst. Weil es haben ja sehr viele reagiert, auch auf unsere kleinen Snippets und Postings mit Auszügen, haben sich daraufhin das noch mal angeschaut. Wenn wir das angestoßen haben, nein, wenn du das angestoßen hast, dass mehr Leute darüber reden, dann wäre das natürlich toll. Also eigentlich ist es ja so ein Domino-Effekt. Leon hat angefangen unter du und jetzt vielleicht ganz, ganz viele.
Silke: Ja.
Bärbel: andere und das wäre irgendwie ganz schön.
Silke: Ja, wünsche ich mir. Ich wünsche es jedem, der struggled gerade, dass es eben bald besser geht. In welche Richtung auch immer und mit welchen Problemen auch immer. Es gibt ja vielfache Suchterkrankungen.
Bärbel: Ja.
Bärbel: Ja, ich will jetzt mich nicht lustig machen über Sucht, aber meine Sucht ist gerade... Kennst du das? Wenn du abends... Ich lese ja entweder oder ich gucke noch mal ins Handy. Ich weiß, Handy gucken ist nicht gut, aber da gibt es so Renovierungsvideos von ganz schlimmen Gärten oder ganz schlimmen Badezimmern oder Häusern. Weißt was ich meine?
Silke: Ich weiß genau, was du meinst.
Bärbel: Und dann kommt die in so einem Schnelldurchlauf so ... Der ganze zugewachsene Wuche, alles wird weggeschnitten. Ich liebe die auch. Und hinterher ist das Gefühl, mein Gott, aus dem ganzen rotten Mist kannst du doch was Schönes machen. Und dann sieht das am Ende immer so, es ist eine schöne Terrasse mit tollen Lichtern und Blumen. Und was das alles kostet, was das für Dreck macht.
Silke: Ja.
Bärbel: bis du die Handwerker zusammen hast. Okay, scheiß jetzt drauf. Aber die machen mich zurzeit so glücklich. Ich hab überhaupt noch keinen Garten, aber ich würde diese Leute anrufen. Und manchmal kommen die zu so einsamen Oma-Lines, die kein Rasenmäher mehr schieben können.
Silke: Egal!
Silke: Toll!
Silke: Ja, es gibt so einen Typen, der ist offensichtlich Rasenmäher irgendwo in Amerika. Sein Konzept ist, dass er an so ganz verwilderten Vorgärten klopft, bei einer Tür klopft und sagt, ich würde umsonst das schön machen für Sie. Und dann freuen sich immer alle und es dauert dann Stunde Stunde, bis er diese Urwälder da entfernt hat und hinterher ist alles so schön. Man sieht wieder Gehwege und Randsteine. dem gucke ich auch gerne zu. Ja!
Bärbel: Ja.
Bärbel: Und was der da alles vorholt, so Mäuerchen, die du gar nicht gesehen hast und wenn die Bäume geschnitten ...
Silke: oder Spielsachen, die noch irgendwo rumlagen und so.
Bärbel: Ja, super. ich bin froh, dass du das kennst. Du verstehst das. Aber ich hab die natürlich geguckt, mich auch abzulenken von diesem Buch, von dem Druck, mein Buch zu Ende zu schreiben. Da hat man ja tausend Ideen. Es irgendwie nicht zu machen. Mein Schreibtisch ist aufgeräumt, die Spülmaschine ausgeräumt und dann gucke ich diese nervigen Videos. Zwischendurch habe ich hier
Silke: Ich verstehe das. Ich verstehe das sehr, was einem das gibt.
Silke: Mmh.
Bärbel: vom ehemaligen amerikanischen Präsident immer noch mal diesen Spruch. It can be done. Ja, dann setze ich mich auch hin und habe auch einiges geschafft, aber ich bin leider nicht fertig geworden, weil das Leben mir immer wieder so einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht hat.
Silke: Ja, aber vielleicht damit du noch ein bisschen mehr Input hast fürs Buch.
Bärbel: Ja, das kann natürlich sein. Beim Thema Loslassen könnte ich ja über diese Videos schreiben. Ja, okay. Was steht an Post? Haben wir Post? Nee, Post. Ach, du hast Post. Ich habe die Post von Susanne vorgelesen. Grüße gehen nochmal raus an dich, Susanne. Danke für deine Mail. Und mails immer an aff at werbel-schäfer.de.
Silke: Ich hab Post. Ich hab Post.
Silke: Genau. Ich habe eine Insta-DM bekommen über meine Insta-Seite und zwar von Tina, die von uns beiden inspiriert worden ist. Und zwar, ich lese mal vor, ich wollte immer schon ein Ehrenamt machen und als Krankenschwester habe ich immer gewusst, das ist was für mich. Und sie hat seit letztem Jahr macht sie einen Hospizkurs, als ehrenamtliche Helferin im Hospiz Menschen zu begleiten. Und inspiriert wurde sie durch unseren Podcast und sie hat den Mut gefasst,
Bärbel: Mhm.
Bärbel: wow!
Silke: sich da einfach anzumelden und sagt jetzt, war die beste Entscheidung im letzten Jahr, die sie gefällt hat. Ist das nicht toll? Ich hab jetzt schon wieder Gänsehaut.
Bärbel: mein Gott, das finde ich aber toll. Super! Oh mein Gott, wir machen die Welt zu einem besseren Ort. Und ich muss euch was sagen, ich habe diese Woche eine Jury-Sitzung geleitet für einen Familienpreis. Und da haben sich Hospiz-Organisatoren, die Geschäftsführerinnen vorgestellt für diesen Preis. Und die haben von dieser Ausbildung erzählt. Und eine ausgebildete Ehrenamtliche war dabei. Das ist ja richtig lange, was sie da macht. Das sind über 100 Stunden. Dann begleitest du die Familien zu einem bestimmten Termin in der Woche, dass die mal eine Auszeit haben, zum Beispiel für die Geschwister von erkrankten Kindern. Und ich glaube, dass man damit die Familien extrem unterstützt. Das kann ja manchmal über Jahre dauern. Das ist ja nicht so, dass die in drei Wochen versterben oder so. Wow. Würdest du dir das zutrauen?
Silke: Ich wäre zu emotional, weil wenn ich jetzt, also mein Vater ist ja im Hospiz verstorben und meine Freundin Astrid und das ist ein toller Menschen, die da arbeiten und das ist wirklich ein ganz tolles Konzept so im Hospiz. Ich würde mich zu schnell emotional an die Sterbenden binden und dann wäre ich jedes Mal traurig und müsste wieder durch die Trauer. Ich glaube, das könnte ich nicht. Deswegen mache ich ein anderes Ehrenamt, aber Hospiz aber glaube ich, ich habe öfter schon drüber nachgedacht, ich glaube, ich kann es noch nicht. Vielleicht muss ich noch ein bisschen reifen dafür.
Bärbel: Warum nicht? Ja?
Bärbel: Hmm.
Bärbel: Hm.
Bärbel: Ja, musst du noch bisschen Alltag für Fortgeschrittene leben und dann kannst du... Ja klar, wenn man selber Trauererfahrungen hat wie wir, ich war ja lange im Ehrenamt des Zentrums für trauernde Kinder. Weil Kinder noch mal anders trauern als Erwachsene, die springen praktisch wie in so eine Fütze, dann weinen die, dann können die aber auch fünf Minuten später beim Fußball ein Tor schießen und sind total gut drauf.
Silke: Mhm.
Bärbel: Die hängen nicht so lange in der einen oder anderen Stimmung. Oder die Trauer zeigt sich z.B. verzögert. In schulischen Leistungen, im Absturz in der Schule, in Aggression, in Rückzug, in Ritzen. Einfach in ganz, ganz vielen Seiten. Und deswegen finde ich das super, wenn man so eine Arbeit macht. Aber
Silke: Mhm.
Silke: Ja.
Bärbel: Es ist natürlich so, dass wir damit wahrscheinlich auch noch mal näher dran sind an den Menschen, die wir geliebt haben.
Silke: Ja.
Bärbel: Also du hast ja keine emotionale erst mal so Verbindung wie zu deinem Vater oder ich zu meinem Bruder, wenn du eine Hospizfamilie zugeteilt bekommst. Und jetzt bei der Tafel ... Okay, da musst du ja nur Gemüse loslassen, das kann man jetzt nicht vergleichen. bist du aufgestiegen? Darfst du Molkereipudel ...
Silke: Und Molkereiprodukte. Aber ja, da tatsächlich fand ich es beim ersten Mal, ich darf jetzt Molkereiprodukte machen, aber da war es selbst bei der ersten Ausgabe, fand ich es schwierig. Dann kommen Menschen mit ihren Betreuern hin oder sehr große Familien oder sehr alte Menschen,
Bärbel: Mmh.
Bärbel: Mmh.
Silke: Und das war beim ersten Mal auch so, dass mich das schon beschäftigt hat ein paar Tage. Das kann man dann irgendwann besser verarbeiten. deswegen glaube ich, Hospiz wäre jetzt nichts für mich. ich vielen Dank an alle, es machen. Hauptberuflich, ehrenamtlich.
Bärbel: Ja, das muss man auch sagen. Vielen Dank an Olle. Und vor allen Dingen glaube ich, dass du auch in der Ausbildung Tools an die Hand bekommst, damit du dich eben nicht so bindest, dass du einer Art, dass du warm zuhören kannst, dass du einen zugewandten Umgang hast, aber trotzdem auch loslassen kannst. Das denke ich schon, dass sie das mitbekommt.
Silke: bestimmt her.
Bärbel: Ja, ... Klar, meine, durch den Klinikaufenthalt meiner Mutter ist dann ja plötzlich sowieso Abschied wieder nah. Ich meine, wenn jemand Mitte 80 ist, muss man ja damit auch rechnen, dass irgendwas mal passiert und die Körpermaschine irgendwann mal sagt, so Leute, jetzt bin ich aber sehr müde, ich kann nicht mehr. Bei aller Kompetenz der Ärzte, ja. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass du irgendwann in deinem Leben an so einen Punkt kommst,
Silke: Ja.
Bärbel: Ich weiß, dass von einer Freundin, jetzt schon sehr lange auch gegen den Krebs ankämpft und noch nicht jemals noch, dass du vielleicht sagst, ist es gut für mich, ich kann loslassen. Weißt wie ich das meine?
Silke: Ja, da ist meine Schwiegermutter. Die ist 88 und die hat fertig gelebt, glaube ich. Also die ist ja demenziell verändert, aber die sagt ganz oft, ich habe doch alles Schöne schon gehabt und ich kann mir, lebend müde, nicht im suizidalen Sinn, sondern einfach fertig mit Leben. Da ist deine Mutter jetzt noch nicht, die ist ja geistig topfit.
Bärbel: Mmh.
Bärbel: Hm.
Silke: Aber ich kann mir das gut vorstellen, dass man irgendwann nicht mehr mag.
Bärbel: Ja, oder ich denke dann immer, wenn alle meine Freundinnen und mein Partner, mein Mann, wenn die nicht mehr da sind, praktisch meine Lebensmenschen, die auch viel von mir wissen und kennen, dieses amputiert sein mit einem ganz bestimmten Erinnerungsfenster, wie Roches in unserem Elternhaus, wie war da der Wahnsinn, wie sind die Eltern mit, das kannte er auch nur mein Bruder, das ist ja schon weg.
Silke: Mhm.
Silke: Mhm.
Bärbel: Und wenn ich mir vorstelle, so Freundinnen, denen du auf Festivals warst oder du deine verrückte Karnevalssession, Urlaube und so weiter, wenn das dann alles weg ist, wenn es dann so leer um dich herum ist und du bist das letzte Gefäß mit diesen Erinnerungen, dann ... Ja ... Das ist, ich, schwierig. Was bleibt dann? Wenn du mehr Vergangenheit als Zukunft hast, hat das
Silke: Ja.
Silke: Ja, kann ich mir auch vorstellen. Ja, was bleibt dann?
Bärbel: Ja, glaube ich schon eine besondere Gewichtung, das auch zu teilen. Also wir könnten zum Beispiel dann immer noch über alte Talkshowzeiten reden und solche Sachen. Können das immer wieder vorholen. Ich war diese Woche bei Wim Wenders. Ja, der war livehaftig onstage. Der hat hier vier Tage.
Silke: Hahaha!
Silke: Wuuuh!
Silke: Da war noch jemand, ich gesehen habe. Da habe ich eine Insta-Story von noch jemandem gesehen, da war. Muss ich kurz nachdenken. Du warst es nicht.
Bärbel: Ja, ja. Nee, ich war es nicht. Gestern Abend war Bonavista Social Club mit Musik und so. Da gab es leider überhaupt keine Tickets mehr. Heute habe ich Besuch aus Amerika und kann zu dem Abend nicht hingehen, aber am Mittwoch war ich da und da kam jemand auf mich zu und sagte Hallo, wie geht's? Und wir hatten doch und wir haben doch damals produziert WDR und ich dann zu meinem Hirn. Woher kenne ich den denn? War das ein Regisseur aus den WDR Talkshow-Zeiten. Also vor dem Daily Talk hatte ich ja sehr, sehr lange Jugend-Talkshows und Talkshows beim WDR. Und dann, während er so sprach von all den Formaten, tauchte das alles wieder auf, was man alles schon so erlebt hat. Und das war so lieb. Wir konnten auf einmal, so Namen von Regisseuren und Redaktionsmitgliedern wieder da. Das war so ein Geschenk zu diesem Wim-Wenders-Abend. Ja. Der hat ...
Silke: Wow!
Silke: Wahnsinn!
Silke: Toll! Siehste?
Bärbel: Der hat seine ganze Plattensammlung, die Kombination aus Paris, Texas, Himmel über Berlin, seine Anfänge, die Lust auf Musik und seine Generation, so Van Morrison und so weiter, mit denen er zusammengearbeitet hat. Und dann hat er so seine Kamerafahrten, die sind ja immer wie so Bilder, und dann die Musik dazu, das hat er alles erklärt, das war toll. War wie so eine Vorlesung.
Silke: Wow!
Silke: Das hört sich spannend an. Er ist auch so ein spannender Mensch einfach. Der hat so viele tolle Sachen gemacht. Wow.
Bärbel: Ja, ja, 81 ist er jetzt, ich. Also schob so bisschen langsam von der Bühne, ein bisschen langsamer, bis er so zurückkam. Hat völlig überzogen, aber war super.
Silke: Ja, gut. 81, da ist man ja froh, wenn man noch über die Bühne schieben kann. Das mach ich vollkommen ernst. Das ist ein Geschenk.
Bärbel: Ja, Ja, das stimmt. Ja. Hast du noch ganz viel Zeit. Mach dir keine Sorgen. Aber wir machen auch einen schönen Ausflug. Wir machen auch einen schönen Ausflug. mein Gott. Wir haben reloaded red carpet. Reloaded red carpet. Was für...
Silke: Gefühlt nicht. ja, am Montag treffen wir uns in München.
Silke: Ja. Ich überleg noch, ob ich auf ein Red Carpet
Bärbel: Hatten wir, wie lange ist das denn jetzt her? Letztes Jahr im Sommer, im Mai, August?
Silke: war im August. Da waren wir auf dem Red Carpet beim Festival in Hürth und am Montag sind wir auf der Filmpremiere von
Bärbel: Literaturfestival? Klein.
Bärbel: Vanessa Goll und der WM 1990. Krass. Ein Sommer in Italien und angeblich sollen alle Fußballer, Laura Matthäus sage ich nur, Klinsi und so weiter, Ike Hessel, Rudi Völler sollen auch da sein und
Silke: Richtig Doku und die heißt Ein Sommer in Italien.
Silke: Ecke Hessler, Rudi Völler.
Bärbel: Die hat ja schon diesen tollen Film über Michael Schumacher gemacht, über das Miniaturmuseum. Das läuft doch, glaube ich, alles bei Netflix. Auf jeden Fall. Du hast das, glaube ich, gestern gepostet, wenn man so stolz ist auf die Freundin.
Silke: Ja.
Silke: Ja, dann muss man das sagen und zeigen. Alleine der Trailer, ich verlinke den auch nochmal in den Show Notes für diesen Film, hat bei mir dazu geführt, dass ich emotionalisiert war. Weil die WM 1990 war mein Fußballerweckungserlebnis. Ich war 13 Jahre alt oder 12. 12. Und es war natürlich total aufregend. Wir waren im Ferienlager in Ungarn. Und da haben wir alle zusammen das Finale geguckt. Es war natürlich total aufregend.
Bärbel: Ja.
Bärbel: Ja, super. Ich weiß, wir haben in irgendeinem Biergarten geguckt mit ganz vielen Leuten. Das war lustig, weil am Anfang haben alle noch so, das ist unser Tisch. Und daher sind wir alle über die Tische gefallen und haben gemeinsam gefeiert. Das war aber nicht in Ungarn, sondern in Deutschland. Also auf jeden Fall müssen wir uns überlegen, was ziehen wir an? Gehen wir gemeinsam über den Red Carpet? Würdest du außen rum gehen oder wie machen wir das?
Silke: Seitdem gucke ich Fußball.
Silke: Mhm.
Silke: Was möchtest du denn?
Bärbel: Wir gucken mal. Wir gucken mal. Wir gucken mal. Also vielleicht gibt es ein Red Carpet mit Alltag für Fortgeschrittene. Wir werden berichten. Wir werden berichten.
Silke: Das werden wir. Wir treffen uns auf jeden Fall in München. Ich freue mich. Ich mag unsere Ausflüge.
Bärbel: Ja, genau. Wir haben so einen kleinen Tagesausflugstradition. Wir müssen beide am nächsten Morgen mega früh zurückfahren. Aber ich glaube, dass du diesmal total cool und souverän über den roten Teppich laufen wirst. Beim letzten Mal kamen wir da ja an und dann hat er uns ja praktisch geschubst.
Silke: Ja.
Silke: Bestimmt. Ja, ja, Übung macht den Meister, ne? Hilfe!
Silke: Mich zuerst vor allen Dingen. Hallo, schön, dass Sie da sind.
Bärbel: haben wir stundenlang in der Theorie darüber gequatscht, wie das wohl wäre und dann dann blieb gar keine Zeit mehr über irgendwas nachzudenken. Sekel? Jaja, das war nur ein kurzer roter Teppich. Diesmal ist er glaube ich ein bisschen länger und die Fotocall waren auch ein bisschen ein bisschen größer.
Silke: Nein, vielleicht war es auch gut so, das ging dann auch schnell vorbei.
Silke: Was ist eine Photocallwand? Ach so.
Bärbel: Ja, da steht doch dann immer dahinter, äh, die Icke Hessler Foundation, das Rudi Völler Heiratsinstitu ... Rudi Völler ist eigentlich, wie heißt der, Lola Matthäus ... Institut. Was, was? Friseur, Friseur-Tante Getis, Friseurladen, was weiß ich. Äh, je nachdem, wer das dann da sponsert diesen Abend. Ja, gut, äh, Tobesfilm lädt ein und, äh
Silke: Tante Kate des Heiratsinstituts, das fände ich wirklich lustig.
Silke: toll.
Bärbel: Wir sind natürlich als Fußball-Expertinnen, das muss man auch sagen, unser Podcast ist ja bekannt für Fußball. Ja, genau. Sind wir natürlich eingeladen. Also für mich ist das nur eine logische Konsequenz.
Silke: Ja. Ja, für die Fußball-Expertise.
Silke: Absolut, ich gehöre auf jeden Fall dahin.
Bärbel: Ja, ich werde dich, glaube ich, gar nicht erkennen.
Silke: Ich erklär's dir alle, das krieg ich noch hin. Aber ich guck ja auch gerne Fußball, aber meine Expertise ist so mittelmäßig.
Bärbel: Ja gut.
Bärbel: Ja, und vor allen Dingen 1990, das ist jetzt 36 Jahre her. Das weiß ich doch nicht mehr. Ich weiß. Ja, ja, Vorseeland. Für dieses ungeduldige, nörgelnde Land war das mal ein Augenblick durchatmen. Momentan hab ich das Gefühl, dass die Stimmung so bisschen ...
Silke: Aber das war so wichtig, dieser WM Sieg für dieses Land. Und es ähm...
Silke: Kippt.
Bärbel: Ja, so ... Es ist ja auch, wir haben es ja gesehen. VW brechen die Umsatzzahlen ein. Gut. Die Manager kassieren immer noch da Millionen und Milliarden ab.
Silke: Vielleicht könnte man da mal ansetzen, aber mich fragt ja wieder keiner.
Bärbel: Versteh ich auch nicht. Versteh ich auch nicht. Ich meine, wenn wir einen Job nicht gut machen, war jetzt bisschen schwierig mit der ganzen Weltlage vielleicht, ruft uns da einer an und sagt, so Silke, hier ist noch mal dein Bonus von X, Y Millionen. Ja. Check noch mal, ob du auch wirklich deine E-Mail richtig angegeben hast. Es ist ja, nein, dass dadurch so ein Nerfgefühl kommt, das versteh ich auch.
Silke: ist mir noch nicht passiert, aber ich wäre bereit. Ruft an, schreibt mir bei Insta. Ich bin bereit für Boni.
Silke: Hahaha!
Silke: Total!
Bärbel: Wir haben jetzt Kommunalwahlen hier am Sonntag in und Frankfurt. Also Leute wählen gehen. Ich habe ja dazu noch mal aufgerufen, demokratische Parteien wählen gehen und das nicht einfach ignorieren und hinterher dann wieder nörgeln. Es ist wirklich nur so ein kleiner Akt. Allerdings ist der Zettel sehr groß in Frankfurt. Hast du den schon mal gesehen?
Silke: Ja, bitte.
Silke: Der war ja in NRW letztens auch nicht weniger lang, gefühlt ein halber Kilometer. Ich bin aber auch sehr klein, sehr, klein.
Bärbel: Der war so groß wie du. Ja, der ist so groß wie du. Oder ich? Nein, so klein bist du nicht. Auf jeden Fall ist der endlos und ich glaube, du kannst zig Kreuze da machen. Naja, ich mal einfach David Sterne. Spaß.
Silke: Was hat sich diese Woche noch bewegt?
Bärbel: Ja, das war ja schon ganz schön viel. Also Coco war on cam auf der Kamera. Wir sind nächstes. Ich muss mir noch überlegen, was ich anziehe für den Red Carpet. Weißt du schon? Echt? Hast du schon rausgehängt oder was? Ja? Ich ziehe glaube ich einfach noch mal dasselbe an wie in Berlin. Das war jetzt in der Reinigung. Ich habe das heute Morgen aus der Reinigung geholt.
Silke: Ja.
Silke: Ja, ich weiß es schon. Ja. Ja. Ja.
Silke: Das hattest du mir verboten, dass ich dasselbe anziehe wie in Berlin, weil du es anziehen wolltest. Das können wir ja auch mal öffentlich machen. Wir besitzen beide dasselbe Ensemble. Deswegen habe ich mir was Neues ausgedacht.
Bärbel: Soweit ist das schon. Bei Alltag für... okay. Zu welcher Farbfamilie?
Silke: Es ist eine dunkle Jeans, ein helles Oberteil und ein schwarzer Blazer.
Bärbel: ja, dieses Box-Shirt. Dieses eckige Boxi-Shirt.
Silke: Nee, nicht das Boxy Shirt. Ich hab was Seidiges mit meiner Kostümbildnerin, das ist meine Freundin Simone, besprochen. Hallo Simone! Mit meiner Stylistin.
Bärbel: Stylisten, mit deiner Stylisten. Ja, die kommt ja jetzt immer mit so Kleidersäcken nach Hause, da leuchtet ihr das aus.
Silke: Ja, ja, die... Dann reißt die hinter mir her und so. ist immer dabei. Die macht mir auch das Make-up. Hm, leider nicht.
Bärbel: Ja, ja, ja, ja. Ja, denkt dran, bei der Merkel gab es mal Ärger, weil die Make-up-Kosten bekannt wurden. Aber gut, Habeck hat auch ein...
Silke: Ehrlich gesagt waren die Make-up-Kosten von Herrn Merz, was war das in den ersten drei Monaten? 112.000 Euro für Styling? Man sieht es nicht, aber es ist da.
Bärbel: Echt? Aber wer weiß, wie er aussehe. Ohne. Seine Frau Charlotte Merz, das hab ich jetzt nur in einer kurzen Nachricht gesehen, ich weiß gar nicht wo, hat gesagt, bevor er in die Politik ging, hatte sie ein schöneres Leben. Und dann hat jemand drunter geschrieben, wir auch, Frau Merz. Na ja, ist nicht leicht. Ich will nicht nörgeln, weil den Job ... Nee. Was meinste, was der an Mails bekommt?
Silke: Nice. Ich möchte den Job nicht machen. Aber ich möchte den auch nicht machen, weil ich weiß, dass ich ihn nicht kann. Auch so ein Gedanke, über den man bei dem einen oder
Bärbel: Ja.
Bärbel: Ja, oder wo man auch mal sagt, bevor man jetzt irgendwie Hate reinschreibt in irgendein Kommentar, überleg doch mal, ob du das könntest, ja?
Silke: Ja, insgesamt einfach kein Hate in Kommentare schreiben. Schreib doch nur was, wenn du was Nettes zu sagen hast.
Bärbel: Ja, das regt mich übrigens so auf. Man müsste das eigentlich lernen, loszulassen, dass ein das aufregt. Aber wie soll das gehen?
Silke: steht schon in deinem Buch.
Bärbel: Ja, steht schon immer. In welchem Buch? Ja, ach so, ja, da hab ich was geschrieben. Ja! Ich bin schon so weit, ich guck nicht zurück auf die alten Kapitel. Ich muss noch mal alles durchscannen. Nein, ich hab jetzt noch mal was geschrieben, weil mich das so aufregt, diese bösartige Wut. Wir wollen ja nicht drüber sprechen, aber ich bin jetzt schon wieder drin in der Emotion. Ja, ist schon wieder hoch.
Silke: dass du schreibst über Loslassen. Sag mal!
Silke: Du bist schon wieder ein Kulis der Rotspiegel auf eine Million.
Bärbel: Dazu habe ich eine Alltagsheldin, genau zu diesem Thema. Passt mal auf. Also nicht zum Thema Mails, aber sie, Billeberg, schreibt ja bei Tacheles eine literarische Kolumne. Und da hat sie über Jugendliche geschrieben. Sie reden über dich. Über einen Mensch, äh
Silke: Mhm.
Bärbel: Praktisch wie so Text gegen die Angst, dass man nicht genügt, dass man sich zu viel Sorgen macht, dass man nicht schlafen kann, weil man denkt, du wärst der einzige Mensch, der hässlich ist, der nicht dazugehört, der ausgegrenzt wird, der vielleicht zu groß, zu dick, zu dünn, zu klein ist, der am liebsten liegen bleiben will mit seinen Gefühlen. Also ich zitiere jetzt nur hier einzelne Fragmente raus und dass sie dann sagt, weißt du, diese ganzen Nerdies, die werden irgendwann ganz weit vorne sein. Das sind nachher am Ende die cooleren Typen. Also wenn du jetzt denkst, die, die die Chefs und die Babos und so weiter sind, du wirst dazugehören. Und die beruhigt diese aufwühlenden Teenager in einem so liebevollen Text. Sie, Billeberg, kann ja auch sehr hart sein. Ich schick dir das. Das ist so schön. Sie reden über dich. Und dass man weiß, es dauert noch ein bisschen. Und dann sagt sie so, schneit und
Silke: wie schön. ja bitte.
Bärbel: Es schneit noch nicht mal. Wenn Schnee wäre, könnte sich so eine Decke der Stille über diese anstrengende Situation legen. Dass sie sagt, habt Geduld, es geht vorbei, ihr kommt an bei euch, Klammer auf kann dauern, das ist mein Berbelzusatz, aber es wird besser. Und das, worüber man sich heute aufregt, ob du so Aknepickel hast oder ob die Beine zu lang oder zu kurz sind, am Ende ... Wenn man dann bei sich ankommt, spielt das vielleicht weniger eine Rolle. Das ist jeden Fall ein sehr, sehr liebevoller Text. Das ist meine Alltagshelden, die Autorin und Dramatikerin Sibylle Berg. Sonst hat man ja immer so bisschen Angst vor ihr manchmal.
Silke: Ja, aber eben weil sie sehr direkt, na ja, aber sie, schon großen Respekt auch, weil sie immer sehr direkt und klar ist in ihren Ansagen.
Bärbel: Also Angst ist das falsche Wort.
Bärbel: Ja, also Wortfilter legt die nicht immer so drüber. Hast du eine Alltagsheldin heute?
Silke: Ja, es ist aber traurig, weil es ist Natascha Kampusch. Es ist jetzt ziemlich genau 20 Jahre her, dass sie sich selber befreit hat aus ihrer Gefangenschaft und genau, Priclopil, Priclopil, Priclopil hieß er, glaube ich. Aber wir wollen nicht über den Täter sprechen, sondern über das Opfer. Und es geht ihr scheinbar nicht gut jetzt so viele Jahre danach. Die war ja sehr redegewandt und so und hat immer sehr viel über ihre Geschichte gesprochen.
Bärbel:
Bärbel: Das Opfer von Prichtopil. So hieß der doch, Prichtopil.
Bärbel: Was ist denn? Hat Interviews gegeben, genau.
Silke: Und ihre Schwester, genau, ihre Schwester hat jetzt bekannt gewesen. Jeder weiß, wie Natascha früher vor der Kamera gesprochen hat. Das gibt es jetzt überhaupt nicht mehr. ist meist in einer eigenen Welt. Sie ist wieder in einer Art Gefangenschaft. Es ist herzzerreißend und wir fühlen uns hilflos. Und ich habe da sehr viel drüber nachgedacht, für mich ist sie eine Heldin, dass es so lange gedauert hat, bis dieses Trauma sie nochmal übermannt hat.
Bärbel: Mmh.
Silke: Also sie hat ja dann auch, da wurde ja dann auch wieder viel drüber gesprochen, dass sie zugenommen hat, dass sie abgenommen hat, dass sie wieder zugenommen hat. Diese Frau hat das Schlimmste erlebt als Kind, was einem passieren kann. Und ich hoffe so inniglich, dass sie jetzt Hilfe bekommt von Therapeuten, die ihr wirklich helfen können, dieses Trauma zu überfinden, wenn das denn möglich ist. Weil die ist jetzt erst 39. Das ist eine junge Frau.
Bärbel: Hmm. Mmh.
Bärbel: Ich glaube, warte mal eben ganz kurz. Schatz? Fünf Minuten. Auf jeden Fall das.
Silke: Mhm.
Bärbel: dass die sich ja selbst befreit hat aus diesem Alptraum, aus diesem Kellerloch. dass sie jetzt ist, habe ich dich da redet, wieder in so einer Art Kopfgefängnis und geht nicht raus und ist nicht in Kontakt und hat sich selbst durch diese traumatische Erfahrung isoliert. Ach, das tut mir leid.
Silke: Ja, genau.
Silke: Mhm. Ja. Es ist auch so gemein, ich hab da noch mal bisschen nachgelesen, wie oft ihre Geschichte angezweifelt wurde. Das war ein entführtes Kind. Ihre Geschichte. Dass Leute gesagt haben, die lügt. Die war ja freiwillig da. Als ob. Wie kommt man denn darauf, so was in Frage zu stellen?
Bärbel: Ihre Geschichte, ja. Hm.
Bärbel: Also so jemand müsste sofort verhaftet, Führerschein weg und eingesperrt werden. Wer so was sagt, nachdem was die erlebt hat. Grauenhaft, was für ein Psychoterror, was für eine Gewalterfahrung, mental und physisch. Ja, ja.
Silke: Ja.
Silke: Über so viele Jahre. So viele Jahre.
Bärbel: So, da steigen wir mal richtig schön positiv aus. Danke. Aber sie ist und bleibt eine Heldin, weil sie schafft jeden Tag und sie versucht es jeden Tag, dieses Leben, ja, einen Tag abzuringen. Und ich glaube schon, dass das ein Kampf ist, sie da führt. Ich wünsche dir wenig Kämpfe, wenig Struggle, Sonnenschein und keine Flut.
Silke: Haha!
Silke: Ja, sie kämpft.
Silke: Absolut.
Silke: Danke. Ebenso. Ich schau mal, ich werde berichten nächste Woche.
Bärbel: Ganz genau. Wir sehen uns am roten Teppich. Das ist Alltag für Fortgeschrittene gewesen. Folge 46. Passt einfach gut auf euch auf. Seid positiv. Ach, 45. Echt? Sicher?
Silke: Ja.
Silke: Mhm. Mhm. 45.
Silke: Ja, 46 machen wir nächste Woche.
Bärbel: So, okay, da habe ich aber letzte Woche schon immer geschrieben, dass das 45 war. Dann war es letzte Woche 44. Na gut, ich übe das noch. Ich kann erst bis 40 zählen. Jetzt kann ich bis 45 zählen.
Silke: Toll! Schönes Wochenende!
Bärbel: Ciao!
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